Netzwerk unter DOS
Dies ist ein Gastbeitrag von Gerd Röthig. Er beschreibt wie man unter MS-DOS ein Netzwerk einrichten kann.
Mit der wachsenden Popularität von Netzwerken - jetzt auch im Heimbereich -
und sinkenden Preisen für Netzwerkhardware kommt immer öfter
der Wunsch auf, auch ältere Rechner in vorhandene Netzwerke einzubinden.
Da für diese Rechner oft kein moderneres Betriebssystem als DOS in Frage
kommt, und dieses Betriebssystem für viele Anwendungen auch heute noch
ausreicht, möchte man es nur wegen der fehlenden Netzwerkfunktionen nicht
ersetzen.
Es gibt auch für DOS Möglichkeiten, Netzwerkfunktionen und sogar das
Internet zu nutzen.
Der folgende Text soll beschreiben, wie man ein TCP/IP-Netzwerk unter
DOS einrichtet.
Da DOS selbst keine Netzwerkfunktionalität bereitstellt, muß diese mittels
externer Software nachgerüstet werden. Microsoft hat zu diesem Zweck das »MS
Workgroup Addon« für MS-DOS geschaffen, das auch unter der Bezeichnung »MS-
Client« bekannt ist und eine Version des MS-Lanmanagers darstellt.
Man bekommt diese Software unter
ftp://ftp.microsoft.com/bussys/Clients/MSCLIENT/ als selbstentpackende Archive.
Diese beiden Dateien sind in zwei getrennte Verzeichnisse (Beispiel C:\MSCLIENT\DISK1 und C:\MSCLIENT\DISK2) zu entpacken.
Weiterhin wird die Datei NNET.EXE
aus dem Verzeichnis ftp://ftp.microsoft.com/Softlib/MSLFILES/ bzw. WG1049.EXE aus dem Verzeichnis ftp://ftp.microsoft.com/Softlib/MSLFILES/ benötigt, wenn man auf dem DOS-Rechner Netzlaufwerke freigeben will.
Sollten mit NNET.EXE Probleme beim Drucken auftreten, sollte stattdessen WG1049.EXE verwendet werden.
Da die TCP/IP-Unterstützung sehr viel Speicher benötigt (größter Treiber über 78 kB)
empfieht es sich noch, einige Tools zur Einsparung von konventionellem Speicher
einzusetzen und für alle unter DOS benötigten Geräte die Treiber mit dem
geringsten Speicherverbrauch einzusetzen.
Wer für die Verbindung zu dem DOS-Rechner nicht unbedingt TCP/IP benötigt, sollte stattdessen das »IPX/SPX compatible protocol« ausprobieren, das vom Installationsprogramm standardmäßig vorgeschlagen wird. Die Unterstützung für dieses Protokoll benötigt deutlich weniger Arbeitsspeicher und Konfigurationsaufwand.
Im einzelnen probierte ich folgende Tools zur Speicheroptimierung aus:
Weiterhin setzte ich folgende Treiber mit minimalem Speicherverbrauch ein:
Zunächst schafft man sich also ein Maximum an freiem DOS-Speicher durch
Einsatz speichersparender Treiber oder Weglassen von nicht benötigten
Treibern. Treiber für CD-ROM-Laufwerke sind für ihren Speicherhunger bekannt,
hinzu kommen dann immer noch mal reichlich 20 kB für MSCDEX.EXE, so daß man
sich überlegen sollte, die CD-Treiber nicht zu laden, wenn man das Netzwerk nutzen will.
Eine platzsparende Alternative zu MSCDEX.EXE bietet das schon erwähnte FreeDOS-Projekt (http://www.freedos.org/).
Die Auswahl der Konfigurationen kann über ein in der CONFIG.SYS einzurichtendes Startmenü
vorgenommen werden.Um den Speicher für das Hochladen von Treibern verwenden zu können, benötigt man EMM386.EXE oder einen vergleichbaren Speichermanager wie QEMM von Quarterdeck oder 386MAX.
Mit dem DOS-Tool MSD.EXE kann man sich den freien Speicher anzeigen lassen
(Menüpunkt "Memory"), alles, was schwarz dargestellt wird, kann im allgemeinen
genutzt werden. Außerdem erhält man so die Werte für den I= Parameter, mit dem
EMM386.EXE in der CONFIG.SYS aufgerufen wird.

Allerdings muß man hierfür etwas rechnen. Ein Kästchen in der
Anzeige von MSD entspricht 1024 Bytes; eine Reihe sind demnach 16384 Bytes
oder 16 kB. Allerdings hat man bei den Adreßangaben eine Zehnerstelle
weggelassen; pro Kästchen muß man also zu der links stehenden Zahl
40hex hinzuzählen. Ein Hexadezimalrechner ist an dieser Stelle recht
hilfreich.
Im oben gezeigten Beispiel erhalte ich also einen freien Bereich von CD00-EFFF
und von B700 bis B7FF. Ab dieser Adresse wird Speicher von der Grafikkarte
eingeblendet, ein Ausdehnen des von EMM386 zu nutzenden Speichers auf Adressen
im Bereich von B800-BFFF wird meist zum Absturz des Rechners, zumindest aber
zu Darstellungsfehlern auf dem Bildschirm, führen. An dieser Stelle wird unter DOS ein Teil des VGA-Bildschirmspeichers eingeblendet.
Meine Zeile für die CONFIG.SYS lautet also
DEVICE=C:\DOS\EMM386.EXE NOEMS NOVCPI I=B700-B7FF I=CD00-EFFF
Wichtig ist die Großschreibung, da EMM386 sonst oft nicht richtig
funktioniert. Ebenfalls sollte die Option NOEMS angegeben werden, da sonst 64
kB für den sog. "EMS-Seitenrahmen" (Page Frame) verloren gehen. Die
allermeisten Programme funktionieren mit XMS, so daß EMS abgeschaltet
bleiben kann.
Als weitere Maßnahme räume ich etwas konventionellen Speicher frei, indem mit DOSMAX/SHELLMAX
Teile des Systems in den "hohen Speicher" verlagert werden:
DEVICE=C:\UT\DOSMAX\DOSMAX.EXE /c+ /p-
shell=c:\ut\dosmax\shellmax.com c:\command.com /p
und
DEVICEHIGH /L:1 =C:\WINDOWS\IFSHLP.SYS
Dieser Treiber wird bei Windows für Workgroups mitgeliefert und für den MS-Client
zwingend benötigt. Er ist auch beim MS-Client enthalten.
DEVICEHIGH /L:1 =C:\DOS\KEYBGR.SYS
Ein kleiner deutscher Tastaturtreiber, der statt der über 6 kB der KEYB.COM von MS-DOS nur knapp
400 Bytes benötigt. Zu finden ist er beispielsweise hier.
Man beachte die Option /L:1 nach DEVICEHIGH, die DOS veranlaßt, diese Treiber in den ersten freien
Bereich des "hohen Speichers" zu laden (im Beispiel der Bereich zwischen B000-B7FF).
Auf diese Weise kann ich mir den Bereich zwischen CD00-EFFF für die großen Brocken frei halten.
Als nächstes wird nun der MS-Client installiert. Dazu sollte man sich vorher
vergewissern, daß man die DOS- oder Windows-3.11-Treiber für seine
Netzwerkkarte parat hat, und sich das Verzeichnis aufschreiben, in dem sie auf
der Treiberdiskette abgespeichert wurden. In diesem Verzeichnis sollte eine
Datei mit Endung .DOS (der eigentliche Treiber) und eine Datei
OEMSETUP.INF (Installationsinformation - siehe unten) existieren.
Für Windows 3.1 gedachte Dateien funktionieren hier ohne Probleme.
Dieses Verzeichnis muß später VON HAND
eingegeben werden! Überdies ist die Bedienung des Setup-Tools sehr
gewöhnungsbedürftig, so daß ich es nur dazu benutze, um die Dateien zu
installieren und anzulegen. Zunächst fragt des Setup nach dem Netzwerktreiber.
Nur dann, wenn man keine der aufgelisteten Netzwerkkarten installiert hat (in diesem Fenster sollte man auch einmal scrollen, um sich davon zu überzeugen), wählt man
"Other (not listed)" an und muß nun das entspechende Verzeichnis auf der
Treiberdiskette manuell vorgeben. Viele Karten ohne eigene Treiber laufen auch mit
"Novell/Anthem NE2000 compatible".
Wer diesen Treiber benutzt, sollte sich nicht wundern, daß nur wenige Einstellungen
für den IRQ und die I/O-Adresse vorgegeben sind. Falls die eigenen Werte nicht
anwählbar sind, hilft Angeben der Voreinstellungen (z.B. IRQ 5, I/O-Adresse 300)
und Eintragen der richtigen Werte in die protocol.ini:
[MS$NE2000]
IOBASE=0x320
INTERRUPT=11
nach Abschluß der Installation.
Anschließend fragt das Setup nach der "OEM Driver Disk".
Das ist nun nicht etwa noch mal die zur Netzwerkkarte
mitgelieferte Diskette, sondern die zweite des MS-Clients, die man zuvor
beispielsweise nach C:\MSCLIENT\DISK2 entpackt hat. Dieses Verzeichnis muß
hier angegeben werden.
Nachdem alle Dateien kopiert wurden, folgt der
Einstellungsdialog, der in zwei Fenster aufgeteilt ist, zwischen denen man mit
<TAB> wechselt. Im oberen Fenster wählt man mit den Cursortasten aus, was
bearbeitet werden soll, im unteren, was gemacht werden soll ("Change
Configuration").
Mit Enter wird dann der jeweilige Konfigurationsdialog gestartet. Man braucht
ihn, um TCP/IP als Protokoll hinzuzufügen, einzurichten und dem Rechner einen
Namen und die Arbeitsgruppe zu geben. Als Redirector wählt man "basic" aus,
das spart Speicher.
An dieser Stelle nochmals der Hinweis: Wer nicht unbedingt auf TCP/IP angewiesen ist, sollte bei zu knappem konventionellen Speicher (entsprechende Fehlermeldungen von DOS-Anwendungen) auf ein anderes Protokoll, z.B. IPX/SPX, ausweichen. Die Unterstützung für diese Protokolle benötigt deutlich weniger Speicher als die für TCP/IP.
Ich habe an dieser Stelle lediglich TCP/IP hinzugefügt und den Namen vergeben; es ist leichter, die PROTOCOL.INI
im Verzeichnis des MS-Clients anzupassen, als sich durch das Setup zu hangeln.
In diesem Fall muß man jedoch vermeiden, daß nach Beenden des Setup
(Anwählen von "The Options are correct") und dem folgenden Rechnerneustart die AUTOEXEC.BAT abgearbeitet wird, es sei denn, im Netz befindet sich ein DHCP-Server. Ist ein solcher vorhanden, braucht man nichts weiter zu konfigurieren. Wenn nicht, nimmt man sich die PROTOCOL.INI im Verzeichnis des MS-Clients vor, der Abschnitt [TCPIP] muß etwa folgendermaßen aussehen:
[TCPIP]
NBSessions=6
DefaultGateway0=192 168 0 1
SubNetMask0=255 255 255 0
IPAddress0=192 168 0 2
DisableDHCP=1
DriverName=TCPIP$
BINDINGS=MS$NE2000
LANABASE=0
Man beachte, daß die Adressen nicht durch Punkte, sondern durch Leerzeichen getrennt werden.
An dieser Stelle läßt sich die IP-Adresse auch ohne größeren Aufwand schnell ändern.
Konnte der TCP/IP-Stack erfolgreich geladen werden, stehen jetzt die üblichen
Netzwerkfunktionen zur Verfügung, die man sich am besten mit
NET HELP | MORE; detailliertere Hilfe mit NET (Befehl) ? zum jeweiligen Befehl
ansieht. Mit
NET VIEW
sollten sich beispielsweise die Freigaben der anderen Rechner im Netz anzeigen lassen.
Wenn man mit geladenem TCP/IP den freien Speicher mit
MEM/C/P
anzeigen läßt, bekommt man meist erst mal einen Schreck.
Weniger als 500 kB frei!
Was für Programme laufen denn da noch?
Nicht mehr viele.
Glücklicherweise kann man das Ganze noch etwas optimieren, indem man viele der
Treiber hochlädt.
Um den MS-Client nur bei Bedarf laden und auch wieder entladen zu können, lagerte ich die vom Installationsprogramm erstellten Einträge in eine separate Datei namens NETSTART.BAT aus:
@echo off
REM *** Informationen fuer Entladen des Clients speichern ***
C:\TSR\MARKNET.EXE /Q C:\TSR\SYSTEM.MRK
REM *** DOS-TCP/IP-Stack laden ***
LH /L:2 C:\NET\NET INITIALIZE
C:\NET\netbind.com
LH /L:1 C:\NET\umb.com
LH /L:2 C:\NET\tcptsr.exe
LH C:\NET\tinyrfc.exe
LH C:\NET\nmtsr.exe
C:\NET\emsbfr.exe
Man beachte wiederum die Aufteilung auf die beiden Speicherbereiche; einige der Treiber
suchen sich selbst ihr Plätzchen und bedürfen keiner Sonderbehandlung.
Gleiches trifft auf den Maustreiber CTMOUSE.COM zu, bei dessen Aufruf sogar das "LH"
weggelassen werden kann.
Mit Speichermanagern wie 386MAX oder QEMM dürfte dieses Problem leichter in den Griff
zu bekommen sein.
NEU:
Da mitunter der größte Treiber TCPTSR.EXE trotz ausreichend freien hohen Speichers
im konventionellen Speicher Platz wegnimmt, habe ich mit einigen Utilities experimentiert und
bin letztlich zu dem Ergebnis gekommen, daß man sowohl UMB.COM als auch EMSBFR.EXE
weglassen kann.
Die NETSTART.BAT ändert sich also wie folgt:
@echo off
REM *** Informationen fuer Entladen des Clients speichern ***
C:\TSR\MARKNET.EXE /Q C:\TSR\SYSTEM.MRK
REM *** DOS-TCP/IP-Stack laden ***
LH /L:2 C:\NET\NET INIT
C:\NET\netbind.com
LH /L:2 C:\NET\tcptsr.exe
LH C:\NET\tinyrfc.exe
LH C:\NET\nmtsr.exe
Bisher ergaben sich mit dieser Konfiguration keine Probleme.
Wenn man auf dem DOS-Rechner Laufwerke, Verzeichnisse oder Drucker freigeben will, benötigt man die
schon weiter oben erwähnten Dateien NNET.EXE oder WG1049.EXE
Diese enthalten eine aktualisierte Version von NET.EXE. Man entpackt NNET.EXE in das Verzeichnis, in das der
MS-Client installiert wurde und überschreibt damit die Originalversion von NET.EXE und NET.MSG.
Falls es es Probleme mit dem Drucken im Netz gibt, sollte man statt NNET.EXE WG1049.EXE einsetzen.
Als nächstes ist die SYSTEM.INI zu editieren:
FileSharing=Yes
PrintSharing=Yes
Mit dem Programm NETSHARE aus dem Archiv
NETSHAR.EXE,
das problemlos ins Verzeichnis des Clients (z.B. C:\NET) entpackt werden kann,
lassen sich nun die Freigaben einrichten; <TAB> schaltet hierzu zwischen den einzelnen
Eingabefeldern um.
Selbstverständlich lassen sich die Freigaben auch innerhalb von Batchdateien oder auf der Kommandozeile einrichten; hierfür steht der Befehl
net share
zur Verfügung. Mit
net share DOSC=c:\user
gibt man dann beispielsweise das Verzeichnis C:\user mit Vollzugriff frei, es wird im Netz unter DOSC sichtbar. Andere Rechner können dann beispielsweise mit
net use g: \\dos-rechner\dosc
darauf zugreifen.
Die Freigaben lassen sich mit
net share freigabe /delete /yes
auch wieder aufheben.
Dazu steht folgendes in der AUTOEXEC.BAT oder (wie bei mir)
der separaten NETSTART.BAT:
c:\net\net.exe time \\der_kleine /set /yes > nul
Damit wird die Zeit auf dem DOS-Client mit einem anderen Rechner synchronisiert.
Um Fehler durch abweichende Systemuhren zu vermeiden, sollte man dauerhaft vernetzte
Rechner regelmäßig (beispielsweise einmal täglich) miteinander synchronisieren.
Außerdem erfolgt dann die Sommer-/Winterzeitumstellung automatisch :) .
LH c:\DOS\SHARE.EXE > nul
Auf diese Art und Weise wird die für die Freigabe von Laufwerken auf dem DOS-Rechner
unerläßliche SHARE.EXE geladen.
c:\net\net.exe share /yes
Damit werden die mit NETSHAR eingestellten Freigaben aktiviert.
Wer dieses Programm nicht benutzt, muß den Befehl entsprechend anpassen.
Einrichtung von Netzwerkdruckern:
c:\net\net use lpt1: \\printserver\hpdeskjet /persistent:no /yes
c:\net\net use lpt2: \\printserver\hplaser /persistent:no /yes
Verbindung von Netzlaufwerken:
c:\net\net use f: \\der_kleine\c /persistent:no /yes
c:\net\net use g: \\der_kleine\d /persistent:no /yes
c:\net\net use h: \\schreiber\c /persistent:no /yes
c:\net\net use i: \\schreiber\d /persistent:no /yes
Wird das Netzwerk nicht mehr benötigt, kann der MS-Client komplett wieder
entladen werden (vielen Dank für diesen Hinweis an
Ralf Buschmann <ralf@backmagic.de>).
Bei mir heißt diese Datei NETSTOP.BAT:
@echo off
echo Netzwerkverbindung wird getrennt...bitte warten.
c:\net\net stop /yes > nul
REM *** MS-Client aus dem Speicher entfernen ***
C:\TSR\RELNET.EXE /H /R /Q C:\TSR\SYSTEM.MRK
Die beiden Programme MARKNET und RELNET sind Bestandteil der TSR-Utilities
(siehe "Tools zur Speicheroptimierung").
Das ZIP-Archiv mit den TSR-Utilities wird einfach mit
md c:\tsr
pkunzip tsrcom35.zip c:\tsr
in ein separates Verzeichnis auf der Festplatte entpackt, eine besondere
Installation ist nicht notwendig.
Damit kann man den MS-Client rückstandsfrei wieder aus dem Speicher entfernen, auch Windows
läßt sich hernach problemlos starten.
Eine Funktionsgarantie kann nicht gegeben werden;
in jedem Falle sollte die nach dem Eintpacken der TSR-Utilities vorliegende Datei TSR.DOC
(keine WinWord-Datei, sondern normaler ASCII-Text) gelesen werden, da sie viele nützliche
Hinweise enthält.
Da Windows (getestet mit 3.11 für Workgroups) nach Beenden den Speicher leider nicht in dem Zustand verläßt, wie es ihn vorgefunden hat, funktioniert das anschließende Aufrufen des MS-Clients nicht immer. Als Abhilfe wird auch Windows über eine Batchdatei gestartet:
C:\TSR\MARKNET.EXE /Q C:\TSR\WIN.MRK
REM Falls man mal Parameter mitgeben möchte...
WIN %1 %2
C:\TSR\RELNET.EXE /H /R /Q C:\TSR\WIN.MRK
Damit ist ein problemloses Umschalten zwischen Windows und DOS, beide mit voller Netzwerkunterstützung, möglich.
ACHTUNG:
Einige Netzwerkkartentreiber setzen die Register der Netzwerkkarten nicht
zurück, wenn sie auf diese Weise entladen werden. Das führt bei einem erneuten
Versuch, den Client zu laden, zum »Aufhängen« des Rechners beim ersten Aufruf von NET USE....
Abhilfe: Den Rechner mit STRG+ALT+ENTF neu starten, in hartnäckigen Fällen hilft
der Resetknopf oder vielleicht ein besserer Netzwerktreiber.
Überhaupt sollte man sich immer um einen aktuellen Treiber für die Netzwerkkarte bemühen. Hilfestellung geben die Downloadseiten der jeweiligen Hersteller oder Suchseiten wie http://www.drivershq.com/, http://www.treiber.de/, http://www.driverguide.com/.
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz der TSR-Utilities findet sich auf
http://www.backmagic.de/support/techtalk/preboot.htm
Viele Leute möchten TCP/IP auch unter dem bei Windows 95/98 mitgelieferten DOS nutzen.
Für dieses DOS ist die Einrichtung des Clients die gleiche wie unter MS-DOS 6.22, mit einigen
kleineren Besonderheiten.
Diese Probleme bekommt man vor allem mit SHARE.EXE. Diese Datei muß von einer älteren
DOS-Version besorgt werden, da sie bei Windows 95/98 nicht mehr enthalten ist.
SHARE.EXE von DOS 6.22 läuft aber nicht ohne weiteres unter DOS 7; man muß dem Programm
zunächst mit
SETVER SHARE.EXE 6.22
ein DOS 6.22 vorgaukeln.
Dazu muß SETVER in der CONFIG.SYS mit
DEVICEHIGH /L:1 =C:\WINDOWS\SETVER.EXE
geladen werden.
In der Windows-Standardeinstellung (DOS=AUTO) wird SETVER übrigens immer
mit geladen, man sollte also testen, ob man nicht auch ohne diesen Eintrag auskommt.
Die übrige Konfiguration entspricht der weiter oben beschriebenen mit der Ausnahme, daß ab Windows 95 B kein SHELLMAX mehr benötigt wird. Das Betriebssystem lädt COMMAND.COM von sich aus in den »hohen Speicher«.
Auf einen Start der grafischen Oberfläche von Windows 95/98 sollte nach dem Laden
des MS-Clients möglichst verzichtet werden, da der Client sich nicht mit der Windows-eigenen
Netzwerkunterstützung verträgt. Auch die für den Client notwendigen Maßnahmen zur
Speicheroptimierung sind für Windows 95/98 nicht notwendig oder sogar gefährlich.
Empfehlenswert ist deshalb also immer ein Neustart des Rechners vor dem Laden der
Windows-Oberfläche.
Als Alternative zu dem zeitraubenden Neustart bietet sich die weiter oben beschriebene Verwendung
der Tools MARKNET und RELNET an, die auf den meisten Systemen in der Lage sein sollten,
den Client vollständig zu entladen.
Wer beim Start des Rechners die Auswahl zwischen verschiedenen Konfigurationen haben möchte
(mit/ohne Netzwerk) hat unter Windows 95/98 verschiedene Möglichkeiten der Realisierung:
Dazu schreibt man in die C:\MSDOS.SYS nach Aufhebung ihres Schreibschutzes unter
[Options]
BootMenu=1
BootMulti=1
und kopiert vom alten DOS die Dateien IO.SYS, MSDOS.SYS und
COMMAND.COM nach C:\, wichtig ist aber, die Endungen der Dateien auf .DOS zu
ändern.
Beispiel:
copy A:\COMMAND.COM C:\COMMAND.DOS
Jetzt kann man in einem Startmenü "Vorherige MS-DOS-Version" wählen und nach
dem Starten von DOS auch eine CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT erstellen, die
Windows-Dateien werden dabei nicht überschrieben.
Vorsicht Bug! Manche Windows95-Versionen benötigen hierfür einen Patch, sonst
läßt sich der Rechner nach einem DOS-Start nicht mehr neu booten.
Zu finden beispielsweise bei http://win95.winware.org.
Den Bug kann man umgehen, indem man die DOS-Dateien weiter umbenennt:
copy A:\IO.SYS C:\IBMBIO.COM
copy A:\MSDOS.SYS C:\IBMDOS.COM
Die akzeptiert W95 problemlos als "alte DOS-Version".
Alternativ kann man auch unter Windows 95 eine Verknüpfung zu einem DOS-
Programm anlegen, es für den DOS-Modus konfigurieren ("Eigenschaften" des
Programms; rechte Maustaste, dort Registerkarte Erweitert) und ihm seine eigene
CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT geben.
Beim Start über eine solche Verknüpfung fährt Windows herunter, startet mit
der neuen CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT, lädt das DOS-Programm und startet
sich nach dessen Ende wieder neu.
Wie unter MS-DOS 6.22 läßt sich auch unter Windows 95/98 ein Startmenü in der CONFIG.SYS
anlegen, um den Rechner mit verschiedenen Konfigurationen zu starten.
Dazu editiert man die Datei C:\MSDOS.SYS, deren Schreibschutz man vorher aufgehoben hat, und
fügt unter [Options] folgendes ein:
BootGui=0
In der CONFIG.SYS steht dann beispielsweise:
[Menu]
Menuitem=Normal, Normal
Menuitem=Netz, Netz
Menudefault=Normal, 10
[Normal]
[Netz]
DEVICE=C:\WINDOWS\HIMEM.SYS /testmem:off
DEVICE=C:\DOS\EMM386.EXE NOEMS NOVCPI I=B000-B7FF I=C800-F7FF
INSTALL=c:\ut\memstrat\memstrat.exe 4
DEVICE=C:\UT\DOSMAX\DOSMAX.EXE /c+ /p-
DEVICE=C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE /DOUBLE_BUFFER
DEVICEHIGH /L:1 =C:\WINDOWS\IFSHLP.SYS
DEVICEHIGH /L:1 =C:\DOS\KEYBGR.SYS
shell=c:\ut\dosmax\shellmax.com c:\command.com /p
SET PATH=C:\WINDOWS;c:\;c:\windows\system;C:\NET;C:\DOS;C:\UT
C:\XL;c:\ultraedt;c:\inet\netscape\program
[Common]
buffers=30,0
FILES=40
stacks=9,256
DOS=HIGH,UMB
LASTDRIVE=Z
FCBS=4,0
In der AUTOEXEC.BAT steht zum Beispiel:
@ECHO OFF
goto %CONFIG%
:Netz
REM *** DOS-TCP/IP-Stack laden ***
LH /L:2 C:\NET\NET INITIALIZE
C:\NET\netbind.com
LH /L:1 C:\NET\umb.com
LH /L:2 C:\NET\tcptsr.exe
LH C:\NET\tinyrfc.exe
LH C:\NET\nmtsr.exe
C:\NET\emsbfr.exe
C:\NET\net start
c:\mouse\ctmouse /r55
c:\ut\memstrat\memstrat 1
goto end
:Normal
win
:end
Eine ähnliche Konfiguration mit dem MS-Client unter DOS 6.22
läuft hier nun schon seit vielen Monaten ohne Störungen.
Als wesentliche Nachteile sind neben den Speicherproblemen unter DOS vor allem
vergleichsweise geringe Performance bei Dateitransfers und dem Drucken ins
Netzwerk zu nennen.
5. Eine Beispiel-OEMSETUP.INF
Auf vielen moderneren Netzwerktreiber-Disketten findet man zwar noch den
DOS-Netzwerkkartentreiber (eine Datei mit Endung .DOS), allerdings fehlt
dann die passende OEMSETUP.INF, damit dieser Treiber vom Setup des MS-Clients
gefunden werden kann.
Da sich die betreffenden Dateien sehr ähneln, kann man eine OEMSETUP.INF einer
anderen Netzwerkkarte entsprechend anpassen, zum Beispiel diese hier:
;; DOS-Netzwerkclient
;; OEMSETUP.INF für SURECOM EP-312V Ethernet Adapter
[disks]
; Das ist die Bezeichnung der Diskette, frei wählbar
1=.,"SURECOM EP-312V Ethernet Adapter WFW Driver Disk", disk1
[netcard]
; key = description, MSID, type, media, mode, install, protini, style
EP312="SURECOM EP-312V Ethernet Adapter",0,ndis,ethernet,0x07,EP312,EP312_nif
[EP312]
;Auf diesen Dateinamen kommt es an, ggfs. entsprechend ersetzen!
ndis2=1:EP312.dos
[EP312_nif]
;Die im Setup anwählbaren Einstellungen für die Kartev
DriverName=EP312$
io=IOBASE,,text,"0x240,0x280,0x2C0,0x300,0x320,0x340,0x360",0x300
irq=INTERRUPT,,text,"3,4,5,9,10,11,12,15",5
param=PNPID,"PNPID (0=First PNP adapter found)",chars,14,0
param=EARLYRECEIVE,"Early Receive (0=Disable,1=Enable)",text,"0,1","0"
param=EARLYTRANSMIT,"Early Transmit (0=Disable,1=Enable)",text,"0,1","0"
param=FULLDUPLEX,"Full Duplex (0=Disable,1=Enable)",text,"0,1","0"
Autor: Gerd Röthig
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